Preparing For Darkness
Vol. 3: I’m Not There


Radu Belcin, Silent Abyss, 2015, oil on canvas, 142 x 119cm

On the Occasion of Gallery Weekend Berlin 2019
April 24 – 28, 2019
Opening: Wed, April 24 @ 7pm
Kühlhaus Berlin
Luckenwalder Strasse 3, 10963 Berlin
U1 / U2 Am Gleisdreieck
Open daily from 2 to 7pm

Curated by Uwe Goldenstein with the artists of Galerie Selected Artists &
the invited Galleries: Galerie Römerapotheke* (Zürich), Galerie Mazzoli (Berlin, Modena)

Program / events during the exhibition directed by Vera Maria Neumann

Artists
Teodora Axente, Adam Bota, Alin Bozbiciu, Radu Belcin, Marc Brandenburg, Simone Haack, David Hare*, Adam Magyar, Patrick Lo Giudice*, Nicola Samorì, Steffi Stangl, Sergiu Toma, Richard Wathen, Alexander Zakharov, Josef Zlamal and others

Links
Kühlhaus Berlin
Galleria Mazzoli
Galerie Römerapotheke


Teodora Axente, White Cat, 2018, oil on wood panel, 42,5 x 30cm
Selected Artists Collection (Berlin)


Simone Haack, Junge mit Hund, 2013, 100 x 70cm, pencil on paper


Alin Bozbiciu

heiligenschein,ubahnpassage
Adam Bota, Heiligenschein, 2011-2015, oil and felt-tip pen on images of saints
38 parts, 223 x 1054 cm (in collaboration with Stephan Schwarz)


Alexander Zakharov, By the Village Gate, 2016, oil on wooden panel, 5,5 × 10,8cm

See exhibition space here:

3D Tour – Volume 1 of the exhibition series at Kühlhaus Berlin, May 2018
Video by Smart Dimension

I’m Not There

Die motivische Gebrochenheit und die Sicht nach innen spielt in dieser Schau die Wesensrolle. Die postromantische Utopie der Einheit von äußerer und innerer Realität wird in ihrer Spannung fassbar und im Gelage von An- und Abwesenheit spürbar. Die Künstler von I’m Not There deuten nach innen. Ihre Figuren ziehen sich ganz bewusst zurück, sind widerstrebend und oft allein, weltabgewandt, geheimnisvoll und suchend. Sie erscheinen fragil, auf sich selbst besinnend und vertrauen vollkommen ihrer Intuition. Damit erinnern sie an die in ihrer Vollkommenheit verlorene romantische Erfahrung. Denn sie sind von einem malerischen Schleier durchdrungen, in abstrahierte oder unscharfe Flächen eingebunden, in intuitive Muster verschoben, erzählen von einem Bruch mit einer scheinbar offensichtlichen Realität. Die formalästhetische Vereinigung findet allein im Malerischen oder Konzeptuellen statt und bleibt eine treibende Kraft, die konsequent ins Unbewusste verlagert ist. So, who’s there? I am not.

Uwe Goldenstein


Adam Bota, The Last Argument, 2018, oil on canvas, 150 x 160cm

Preparing For Darkness Or The Spirit Of The Melancholic Resistance

Black is the color of melancholy. It emerges from darkness and the accompanying dejection if it shows signs, endowed with the feverish dreams of an inflamed phantasy. If melancholy is said to affect the delicate tissues of the brain, it could also be stated, that it frees the imagination of its usual limits.

What is considered a diminution of the field of thought and the field of vision, is revealed in a dialectical twist. The melancholic state leaves behind it a shadow with which it maintains a connection as a bygone picture. The shadow play reveals as a character piece of a mirror image world, which absolves itself from meaning and becomes a void. This creates space for the imagination which results in configurations of a traversed blindness that render those lucid colours possible that are the blips along the paths through black nights of being. These are condensed into counter-images, which, like the impulse of the melancholic gaze, owe themselves to a reflective vision. The exhibition “Preparing for Darkness” presented here by Uwe Goldenstein corresponds exactly to the spirit of the melancholic resistance which still enables us to survive today.

/deutsch/
Schwarz ist die Farbe der Melancholie. Sie entwächst dann der Dunkelheit und der sie begleitenden Schwermut, wenn sie Zeichen gibt, ausgestattet mit den Fieberträumen einer entzündeten Phantasie. Wurde der Melancholie nachgesagt, dass sie die zarten Gewebe des Gehirns angreife so konnte auch festgestellt werden, dass sie die Einbildungskraft aus ihren gewöhnlichen Grenzen befreit.

Was als Eintrübung des Denk- und Sehfeldes gilt, setzt sich in einer dialektischen Wendung frei. Der melancholische Zustand lässt den Schatten hinter sich, dem er zugleich verhaftet bleibt, als vergangenes Bild. Entblößt wird das Schattenspiel als Zeichentheater einer eingespiegelten Bilderwelt, die sich einer Bedeutung selbst enthebt und zur Leerstelle wird. Diese öffnet den Raum für Imaginationen. Daraus entstehen Konfigurationen einer durchschrittenen Verblendung, die erst jene Farbklarheiten ermöglichen, die auf den Wegen durch schwarze Nächte des Befindens Leuchtzeichen sind. Diese verdichten sich zu Gegenbildern, die sich als Impuls des melancholischen Blicks einem reflektierenden Sehen verdanken. Die hier von Uwe Goldenstein vorgestellte Ausstellung „Preparing for Darkness“ trifft dementsprechend genau den Geist einer melancholischen Widerständigkeit, der uns heute noch das Überleben ermöglicht.

Prof. Dr. Martin Roman Deppner