True Romance


Inna Levinson, Hunde, 2012, plastiline behind glass, 27 x 42cm

Opening: Tuesday, July 16, 2019 @ 7pm
Kühlhaus Berlin
Luckenwalder Strasse 3, 10963 Berlin
U1 / U2 Station: Gleisdreieck
Exhibition on 3 Floors, 2.500 m²
Curated by Uwe Goldenstein

Danja Akulin, Maxim Brandt, Konstantin Déry, Grigori Dor, Tom Gefken, Lennart Grau, René Holm, Dénesh Ghyczy, Toshio Showzen Kajima, Inna Levinson, Michal Mráz, Dario Puggioni, Lorenzo Puglisi, Giuditta R, Michael H. Rohde, Sinta Tamsjadi & Thomas Schmidt, Sabine Tress, Julien Vinet, Karina Wisniewska, Alexander Zakharov


Alexander Zakharov, The Crime Scene, 2014, oil on wood, 15,2 x 25,1cm


Danja Akulin, Untitled, 2011, charcoal on canvas, 145 x 145cm


Grigori Dor, Portrait With Half Face, 2019, oil on canvas, 180 x 140cm


Radu Baies, Behind Closed Curtains, 2013/15, oil on canvas, 147 x 180cm


Giuditta R


Lorenzo Puglisi, On The Mount Of Olives, 2017, oil on canvas, 200 x 150cm


René Holm


Konstantin Déry, Gestautes Wasser, Ufer, Schilf, 2019, oil on canvas, 150 x 130cm


Michael H. Rohde

Wir schreiben das Jahr 1993. Quentin Tarantinos Drehbuch für das Roadmovie True Romance wird von Tony Scott verfilmt. Ein wahrhaft verliebtes Pärchen zieht ohne Rücksicht auf Verluste durchs Land. Nur ihre Liebe zählt. Das Drehbuch wird ein Jahr später von Oliver Stone im epochalen Werk Natural Born Killers wieder aufgenommen. Ein Feuerwerk von Schnitten und Überlagerungen umringt hier das killende Paar Juliette Lewis und Woody Harrelson. Aber sie behaupten sich, bis ins Groteske unerschütterlich. Ihre Liebe weiß sich den extremen Belastungen durch konsequentes Ausagieren zu behaupten. Analysiert man den Film nach seinen prägenden Bildern im Gewitter des mehrschichtigen Medien-Chaos, so fällt auf, dass die romantischen Motive aus unberührter Natur und stiller Sehnsucht immer wieder ins Geschehen drängen. Dazu singen Bob Dylan und Leonard Cohen melancholische Balladen. Die Quintessenz des Films deutet also auf die einzige Möglichkeit von authentischem Sein im Zusammenschweißen durch die romantische Liebe hin. Aber auch die ist natürlich eine Utopie und bleibt letztlich ein Zeichen im endlosen Meer an vorgefertigten medialen Animationen und künstlichen Gefühlssuggestionen.

Meine These ist, dass in der zeitgenössischen Kunst diese romantische Utopie ein ungemein starker, wenn auch latenter zeitgeistlicher Lenker ist, der aus den künstlich übersättigten Motiven der Medien und der postmodernen Entgrenzung der ewig verweisenden Kontexte einen symbolischen Ausweg weist. In dieser Ausstellung möchte ich diese Möglichkeit des Sich-Widersetzens gegen die allgegenwärtige mediale Umnutzung durch wohl kalkulierte und sehr eindringliche Bilder vorzeigen, die auch in Natural Born Killers tragend sind.

Uwe Goldenstein


Inna Levinson, Neue Ordnung, 2012, plastiline behind glass, 130 x 77cm